Lokalaugenschein: Systemvergleich 110 kV Kabel und 110 kV Freileitung

2013-03-12 21:08 von Schutzgemeinschaft

Ist ein 110 kV Kabel im ländlichen Raum Stand der Technik?

Dieser Frage ging ein Bus mit betroffenen Grundeigentümern der geplanten 110 kV Freileitung Ried Raab nach. Sie wollten mit eigenen Augen sehen und von betroffenen Grundeigentümern hören, ob tatsächlich schon vor Jahren in Eugendorf nicht weit der oberösterreichischen Grenze die 110 kV Leitung nach Thalgau über 14 km Länge verkabelt wurde. Die betroffenen konnten es fast nicht glauben, als ihnen der Gastagwirt und dessen Grundnachbar diese Realität bestätigten.

"Das 110 kV verkabelt wird, darüber würden sie in Salzburg überhaupt nicht mehr diskutieren. Bei ihnen geht es nun auch schon seit Jahren um die Verkabelung der 380 kV Leitung. Sie hätten bei Informationsreisen nach Dänemark oder auch nach Mailand gesehen, wie bereits 380 kV Leitungen verkabelt werden."

In Deutschland wird laut Gesetz generell bis zu einer Spannung von 110 kV verkabelt (sh Link unten)– sofern es nicht das 2,75 fache der Kosten einer Freileitung übersteigt. Hier muss laut Gastagwirt mit Nachdruck und gutem Recht von der Behörde gefordert werden, dass für beiden Varianten ein transparentes Angebot gestellt wird – also auch für eine Verkabelung. Und besonders dann, wenn öffentliches Interesse wie Gemeinderatsbeschlüsse dafür vorliegt.

Danach fuhren die Betroffenen einige Kilometer weiter nach Lengau in Oberösterreich. Sie konnten mit einem Grundeigentümer reden, der noch vor einigen Jahren für die 110 kV Leitung zum Erdgaslager bei Straßwalchen das zwangsweise Servitut eingetragen wurde. Der Eingriff in die Natur wurden vielen Liegenschaftseigentümern erst jetzt richtig bewusst, als sie vor einem Wald standen wo eine 40m breite Schneise für die 110kV Freileitung geschlägert wurde.

Die betroffenen Grundeigentümer verstehen nun unser Oberösterreich nicht mehr. Bei einem Sprechtag von Landespolitikern in Zell an der Pram wurde noch dazu einigen Bürgern auf Anfrage mitgeteilt, dass falls die Grundeigentümer nicht freiwillig unterschreiben, auch alle „enteignet“ werden. 

Da tauchte am Ende der Fahrt die Frage auf: „Wo leben wir eigentlich?“

 

 

§ 43h Energiewirtschaftsgesetz (Bundesrepublik Deutschland)


 

 

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